Viele bunte Hände

Woche der Inklusion

Persönliches Statement

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Geschäftsführer Thomas Driessen zur Woche der Inklusion

05.07 bis 11.07.2021

Anlässlich der „Woche der Inklusion” vom 5. bis 11. Juli finden auch in Österreich zahlreiche offizielle Veranstaltungen statt. Doch ist „Inklusion“ im allgemeinen Sprachgebrauch wirklich schon angekommen? Geschäftsführer Thomas Driessen hat sich hierzu einige Gedanken gemacht.

Die einfachste Art, den Begriff „Inklusion“ zu erklären, findet sich wohl in dem Satz: Inklusion bedeutet: Ich bin willkommen. Aber halt: hat sich Österreich nicht vor einigen Jahren ausdrücklich von der „Willkommenskultur“ verabschiedet?

Für alle, die sich jetzt nicht mehr auskennen: die Woche der Inklusion soll auf die Anliegen von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen. Es geht um ihre fundamentalen Menschenrechte – festgelegt in der UN-Behindertenrechtskonvention: gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit. Darüber soll in Österreich mehr gesprochen werden.

Das „Ende der Willkommenskultur“ hingegen galt und gilt für die vielen geflüchteten Menschen, die – angeblich illegal – in Österreich um Asyl angesucht haben. Geht es um sie, so wird zumeist über Asylmissbrauch, Sozialbetrug oder Straftaten berichtet. Asyl jedoch ist ein nicht verhandelbares menschliches Grundrecht, nachzulesen in Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Doch davon wird in Österreich kaum mehr gesprochen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der IWGs?

Ich wünsche mir, dass die IWGs weiterhin gut von Menschen mit Behinderungen und Studierenden angenommen werden. Es ist ein tolles Projekt für junge Erwachsene, um die eigene Persönlichkeit zu finden.

Und was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Momentan bin ich sehr zufrieden, da ich letztes Jahr das Masterstudium Sozialpädagogik an der Karl Franzens Universität Graz abgeschlossen und eine erfüllende Tätigkeit in der mobilen sozialpsychiatrischen Betreuung gefunden habe. Ich freue mich daher weitere bereichernde Erfahrungen in der Sozialen Arbeit zu sammeln.

alpha nova wünscht Ihnen alles Gute dabei und gratuliert herzlich zur Auszeichnung!

Dominique Leitner hat ihre Masterarbeit: „Inklusive Wohngemeinschaften: eine Analyse am Beispiel von alpha nova“ 2020 am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Karl-Franzens-Universität eingereicht.

Foto © Uni Graz: Ursula Vennemann (Präsidentin Lebenshilfe GUV),  Dominique Leitner (Preisträgerin) und Barbara Gasteiger-Klicpera (Uni Graz-Professorin am Institut für Bildungsforschung und PädagogInnenbildung (v.l.n.r.)

05.07 bis 11.07.2021

„Inklusion kann es nur für alle Menschen geben."

Thomas Driessen, Geschäftsführer

Inklusion ist die Vision von einer offenen Gesellschaft, in der ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Menschen trotz ihrer Verschiedenheiten möglich ist und in der das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird. Inklusion ist vielleicht auch eine soziale Utopie. Aber eine, für deren Verwirklichung es sich lohnt zu arbeiten.

Meint Inklusion also nur eine bestimmte Gruppe von Menschen?

Als Geschäftsführer von alpha nova kann ich mich dieser Sichtweise nicht anschließen. Im Gegenteil: Inklusion kann es nur für alle Menschen geben. Das Willkommen Sein in unserer Gesellschaft muss für alle gleichermaßen gelten: Alte und Junge, Kranke und Gesunde, Menschen mit und ohne Behinderungen. Und für Menschen, die hier oder eben wo anders geboren sind. Unabhängig von ihrem Aussehen, ihrer sozialen Stellung, ihrer Religion, ihrem Beruf, ihrer politischen oder ihrer sexuellen Orientierung.